„Ich bin nicht ganz richtig im Kopf…“

Merkwürdigerweise fällt es mir deutlich leichter, diesen Satz auszusprechen, als die simple Wahrheit anzuerkennen: Ich bin krank.

Ich habe mehrere diagnostizierte, psychische Krankheiten, die mein Leben in einem nicht gerade geringen Maße einschränken.

Im Detail sind das die folgenden Diagnosen*:

  • Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom (ADS)
  • Emotional instabile Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typ (F60.31)
  • Abhängige Persönlichkeitsstörung (F60.7)
  • Narzisstische Persönlichkeitsstörung (F60.8 „Sonstige spezifische Persönlichkeitsstörungen)
  • Rezidivierende depressive Störung (F33)
         letzter Stand: gegenwärtig schwere Episode ohne psychotische Symptome (F33.2)
  • Abhängigkeit von Cannabinoiden (F12.2)
    diese Diagnose ist nicht ganz eindeutig, mehr dazu siehe Süchtig? 1 2 3 (in Arbeit)

Ich habe keine Zweifel, dass diese Liste so richtig ist** und wenn ich mir einen anderen Menschen vorstelle, auf den all das zutrifft, würde ich denken „Scheiße, das ist ne Menge“.
Trotzdem fällt es mir schwer zu akzeptieren, dass ich ernsthaft krank bin:
Ich rede mir immer wieder ein, dass das alles ja eigentlich gar nicht so dramatisch ist und ich mich nur immer wieder in den Mist hineinsteigere. Dass ich Psychopharmaka nehme und wöchentlich zur Therapie gehe, kommt mir inzwischen normal vor und dass ich zur Zeit relativ gut zurechtkomme, obwohl ich meinen Klinikaufenthalt schon nach 3 Wochen aus Kostengründen abbrechen musste (die Klinik hatte vorerst(!) 10 Wochen angesetzt), bestätigt für mich eigentlich nur die „Tatsache“, dass ich mich einfach nur zusammenreißen muss.

Rational betrachtet ist das eigentlich ziemlicher Blödsinn, aber trotzdem fällt es mir immer wieder schwer zu akzeptieren, dass ich krank bin und nicht einfach nur ein Weichei, dass sich furchtbar anstellt wegen ein paar Kleinigkeiten…

* Die Liste variiert je nach Psychiater/Psychologe: Beispielsweise wurde ADS auch schonmal weggelassen mit der Begründung „Symptome könnten auch Teil der Borderline-Störung sein“ und alles an Persönlichkeitsstörungen unter Borderline zusammengefasst. Bei einer anderen Auflistung fielen ADS und sämtliche Persönlichkeitsstörungen (die von der für diese Liste verantwortlichen Therapeutin (mmn. fälschlicherweise) als „Kombinierte Persönlichkeitsstörung“ bezeichnet wurden) dann komplett unter den Tisch.
Ich liste hier insofern das auf, was mir nach Auswertung der bisherigen Diagnostiken als am zutreffendsten erscheint. Warum ich zu genau diesem Ergebnis gelangt bin, erkläre ich in den kommenden Beiträgen zu den einzelnen Diagnosen.

** außer bei der Suchtdiagnose, da bin ich nicht so hundertprozentig überzeugt. Aber wie gesagt: mehr dazu später…

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