Archiv für Februar, 2014

Seit heute beinhaltet mein Amazon Prime Account den Service „Amazon Instant Video“ (nachfolgend: AIV), um den ich die Amerikaner schon seit einer Weile beneide. Oder zumindest etwas, das den selben Namen trägt…

Dieses etwas scheint aber leider nicht das zu sein, was ich mir gewünscht habe, sondern bis jetzt nur der Service „Lovefilm“ unter einem anderen Namen und zu einem besseren Preis. In anderen Worten: Etwas, das mich überhaupt nicht interessiert, da es sich fast nur auf deutschsprachige Synchronisationen beschränkt und nicht einmal die Amazon Eigenproduktionen beinhaltet.

Aber optimistisch wie ich nun einmal bin, habe ich direkt bei Amazon nachgefragt, ob das, was in den USA unter dem selben Namen angeboten wird, bald auch auf Amazon.de Einzug hält. Die Antwort war überraschend:

Zuerst einmal fand ich es verwunderlich, dass nicht Amazon.de mir antwortete, sondern die englische Schwester Amazon.co.uk, wo ich nicht einmal registriert bin…

Wirklich unerfreulich fand ich allerdings den Inhalt: Man könne mir nicht weiterhelfen, da ich meine Anfrage nicht auf englisch geschrieben habe.

… WTF?!

Aber gut, ich ließ mich natürlich trotzdem nicht so einfach entmutigen und probierte es noch einmal und zwar nun über den Support-Chat, wofür ich gezwungenermaßen eine falsche Fragenkategorie auswählen musste, da ich ansonsten wieder nur die Auswahl zwischen Telefonservice (mit einer knappen halben Stunde Wartezeit) oder einem erneuten Versuch per Email, die vermutlich nur eine Antwort auf die spannende Frage geliefert hätte, in welches Land man mich diesmal weiterleitet.

Erfreulicherweise bekam ich auch direkt Kontakt zu einem hilfsbereiten Service-Mitarbeiter, der mir in gebrochenem Deutsch erklärte, dass man zur Zeit noch nicht wisse, wann „dieses neues (sic!) Service auch bei .com und.uk ankommt“. Also nicht nur er wusste die Antwort auf die Frage, die ich nie gestellt habe (weil sie völlig schwachsinnig ist) nicht, sondern scheinbar war das gesamte deutschsprachige Amazon in dieser Hinsicht ratlos. (Die richtige Antwort auf die falsche Frage wäre übrigens gewesen, dass .com schon seit längerem dieses Angebot beinhaltet, was bereits in meiner Frage implizit erwähnt war, .uk nicht existiert und .co.uk gleichzeitig mit .de gerade das Angebot gestartet hat.)

Natürlich ließ ich mich noch immer nicht entmutigen und erklärte noch zwei weitere Male mein eigentliches Anliegen, mit dem Ergebnis, dass ich nun endlich verstanden wurde und der Mitarbeiter mir sagte, er werde nun bei Lovefilm anrufen und für mich nachfragen, was schonmal als schlechtes Zeichen im Sinne meines Anliegens gedeutet werden konnte, denn schließlich wollte ich wissen, ob AIV bald auch das eigentliche AIV-Angebot beinhalten wird oder weiterhin nur das bisherige Lovefilm-Angebot.

Nach einem Moment gespannten Wartens, konnte der freundliche Supportmitarbeiter mir dann mitteilen, dass er dort niemanden erreicht habe und ich wurde gefragt, ob er mir morgen eine Email schicken könne, sobald er meine Frage geklärt habe. Ich antwortete, dass dies ok sei, solange die Antwort nicht wieder laute, dass man meine Sprache nicht verstehe…

Abschließend kann ich zwei Feststellungen treffen:

1.) Der Support von Amazon ist seit meinem letzten Kontakt um ein Vielfaches schlechter geworden.

2.) Manche Leute bemerken Zynismus offenbar gar nicht: Der Support-Mitarbeiter dankte mir am Ende ausdrücklich für das nette Gespräch, obwohl ich schon fast ein schlechtes Gewissen ob meiner Unhöflichkeit hatte.
Aber wer weiß, wie die Leute sonst so gegenüber dem Support abgehen. Vielleicht sind unterschwellige Aggressionen dagegen noch eine erfreuliche Abwechslung? *puzzled*

 

Fortsetzung folgt…

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Und mal wieder habe ich im Kommentarbereich eines interessanten Artikels eine komplette Stunde vor mich hin getippt, um am Ende zu denken „Warum schreibe ich so etwas nicht stattdessen in mein immer noch ziemlich leeres Blog?!“.

Langer Rede kurzer Sinn: Hier meine Antwort zum Artikel „Von Einem der auszog, ganz allein ein Buch zu veröffentlichen“, in dem ein Autor seine Gedanken zum Thema „Raubkopien“ beschreibt. (Ich empfehle vorher den Artikel zu lesen, er ist wirklich gut geschrieben und hebt sich sehr positiv von den üblichen Hetzreden ab!)

 

Ich denke, ein großes Problem mit ebooks ist immer noch der Preis:

Wenn ich ein Buch aus Papier kaufe, habe ich einerseits etwas „reales“ in der Hand und nicht nur eine Datei.
Viel wichtiger dabei ist aber, dass ich mit dem gekauften Buch auch viel mehr anstellen kann:
Zuerst einmal lese ich das Buch natürlich selbst.
Danach verleihe ich das Buch an mehrere Leute, die mir nahe stehen und denen ich diese Lektüre auch gerne zukommen lassen möchte.
Und wenn ich will, kann ich das Buch danach auch einfach weiterverkaufen, falls ich es nicht im Regal stehen haben möchte, um mich daran zu erfreuen.

All das kann ich nicht nur tun, sondern ich darf(!) es auch.

Wenn ich ein Taschenbuch für 10€ kaufe, beinhaltet der Preis nicht nur mein eigenes Lesevergnügen sondern auch das von durchschnittlich 2 weiteren Leuten, mit denen ich gelegentlich Bücher austausche und ich bin in dieser Hinsicht nicht einmal besonders gut vernetzt.
Theoretisch könnte ich mich mit einer viel größeren Gruppe Menschen zusammenschließen und nur einen Bruchteil der Bücher, die ich lese, auch wirklich selbst kaufen.
Und noch immer ist daran absolut nichts illegales.
Jetzt zum ebook im Vergleich:
Es gibt definitiv Vorteile, oder zumindest einen: ebooks wiegen niemals mehr als mein Kindle und ich kann davon Unmengen auf einmal mit mir herumtragen.

Nachteile gibt es aber auch:
Ich kann nicht mal eben zurückblättern, um etwas nachzuschlagen.
Ich habe außerdem kein schönes Buch fürs Regal.

Für diesen Unterschied werden mir aber auch meistens ein paar Euro vom Preis erlassen, was an sich fair ist.

Aber:
Ich kann dann noch immer mein gekauftes Buch nicht einfach verleihen, es sei denn ich verleihe meinen Kindle gleich mit.
Wenn meine Freundin das Buch auch lesen möchte, muss sie es noch einmal zum vollen Preis kaufen.
Das selbe gilt für meine Oma, meine Mutter und jedes andere Familienmitglied, dem ich gerne dieses tolle Buch leihen möchte.

Aus diesem Grund bekomme ich beim ebook eben doch nur einen Bruchteil des Wertes, den ich bei einem Buch kriegen würde, aber letztendlich bezahle ich fast genauso viel dafür.

In deinem Fall ist der Preisunterschied schon ungewöhnlich hoch. Statt 12,95 bezahlt man für die digitale Version deines Buches nur 4,49.
Das ist etwas mehr als ein Drittel.

Und aus meiner Sicht ist damit das Preis-/Leistungsverhältnis immer noch schlechter als bei der Papierausgabe, denn wenn noch 2 weitere Leute das Buch lesen wollen, kostet das schon 52 Cent mehr und ich habe trotzdem kein Buch, das ich ins Regal stellen kann.

Von deiner Seite betrachtet, sieht das Ganze sogar noch viel extremer aus, denn obwohl ich nur für einen Leser bezahle, nimmst du 3,3mal so viel Geld ein, wie wenn ich die Papierausgabe gekauft hätte.

Wenn ich es ganz genau nehme, läuft das auf Folgendes hinaus:
Wenn ich das ebook kaufe, bekommst du von mir mehr als 3mal soviel Geld wie bei der Papierausgabe, aber ich erhalte dafür nichtmal ein Drittel des Wertes.

Und ab diesem Punkt lasse ich jetzt mal den rechtlichen Aspekt außen vor und beschränke mich auf das, was mir mein persönliches Rechtsempfinden sagt:

Wenn auf ein von dir verkauftes ebook zwei Raubkopien kommen, verdienst du immer noch deutlich mehr, als wenn jeder, der dein Buch kauft, sich für die Papierausgabe entscheidet und diese dann völlig legal(!) mit mehreren Freunden teilt.

Oder anders gesagt:
Wenn ich nur für ein Drittel meiner ebooks bezahle, anstatt mir jedes Buch entweder auf Papier zu kaufen oder es mir auszuleihen, schade ich damit noch lange keinem Autoren, sondern tue ihnen damit sogar noch etwas gutes, wenn ich von den Zahlen ausgehe, die du genannt hast.
Und selbst bei durch den Verlag verkauften ebooks, wo die Autoren auch am ebook deutlich weniger verdienen (obwohl es meistens viel teuerer verkauft wird), verursache ich noch immer keinen wirklichen Schaden.

Aus meiner Sicht ist das der Grund, warum sehr viele Menschen sich illegal ihre ebooks besorgen:
Nicht, weil sie nicht bereit sind, für etwas gutes zu bezahlen, sondern weil sie sich bei den aktuellen ebook-Preisen schlicht und einfach komplett über den Tisch gezogen fühlen!

Natürlich gibt es auch Leute, die schlicht und einfach zu geizig sind, um für ein gutes Buch zu bezahlen, aber diese Leute können genauso gut alle Bücher die sie lesen wollen ausleihen, sei es von weniger geizigen Freunden oder öffentlichen Bibliotheken.
Für mich lautet das Fazit insofern:
ebook-Piraterie ist etwas, das du einfach akzeptieren solltest, denn dir entsteht nicht wirklich ein so großer Schaden, wie du auf den ersten Blick denken könntest.
Wahrscheinlich entsteht dir realistisch betrachtet sogar überhaupt kein finanzieller Schaden und was den emotionalen Aspekt betrifft, kannst du selbst entscheiden, ob du dich ärgerst, dass Leute (!)ohne zu bezahlen(!) dein Buch lesen oder dich freust, dass Leute ohne zu bezahlen (!)dein Buch lesen(!).
(Nebenbei erwähnt: Bei Musik- und Filmpiraterie ist inzwischen auch noch ein weiterer Aspekt hinzugekommen.
Durch die massive Anti-Raubkopie-Lobbyarbeit wurden viele Leute extrem verärgert und manche (wie ich) würden sogar so weit gehen, zu sagen, dass sie nicht mehr mit gutem Gewissen für etwas bezahlen können, wenn das Geld darin investiert wird, Politiker dahingehend zu beeinflussen, dass sie einen Überwachungsstaat bauen, in dem Raubkopien zusammen mit ein paar Grundrechten in der Versenkung verschwinden oder in teuere Gerichtsprozesse, in denen Menschen wegen eines Bagatelldelikts in den finanziellen Ruin getrieben werden.
Die Buchverlage haben sich glücklicherweise in dieser Hinsicht noch nicht in die Nesseln gesetzt.)
Abschließend noch ein paar Worte zu deinem anderen Problem:

Ein Buch zu schreiben ist teuer und zeitaufwendig und nur die wenigsten Autoren schaffen es, in die glückliche Position zu kommen, damit ihren Lebensunterhalt verdienen zu können.
Für die meisten Autoren ist das Schreiben hingegen ein zeitaufwendiges und teueres Hobby, das sie mit ihrem eigentlichen Beruf mitfinanzieren.

Das hat allerdings nichts mit den ebook-Raubkopien zu tun, die seit ein paar Jahren durch das Internet wandeln, sondern war auch schon vorher so.
Schreiben ist (bis auf ein paar Ausnahmen) brotlose Kunst und das wird es wohl auch immer bleiben, denn es gibt nunmal sehr viele Leute, die ein Buch schreiben wollen und einen im Gegensatz dazu extrem begrenzten Markt.

Ich kann mir vorstellen, wie frustrierend es ist, so viel Zeit und Geld in etwas zu investieren, das viele Leute dann lesen und trotzdem mit Verlust dabei herauszukommen, aber ich denke, das ist einfach die falsche Sichtweise.
Dass du ein Buch schreiben und vielen Menschen nahe bringen kannst, ist ein großer Luxus, um den dich viele beneiden.
Und was ist daran so schlimm, für diesen Luxus deine Zeit und ein bisschen Geld zu bezahlen?
PS: Auch wenn ich deine Sichtweise auf das Thema nicht ganz teilen kann, finde ich es super, dass du dich damit auf diese Weise auseinander setzt, anstatt unhinterfragt „die bösen Raubkopierer“ als Ursache deiner Probleme als Künstler zu definieren und dann wüst auf selbige einzuhacken.
Ich hoffe, dass mein Kommentar bei dir nicht den Eindruck erweckt, ich hätte keinen Respekt vor der Arbeit, die du ins Schreiben investierst, denn das Gegenteil ist der Fall. Ich denke lediglich, dass niemand erwarten sollte, mit Kunst etwas verdienen zu können, sondern dass dies ein sehr seltener Ausnahmefall ist.
Falls es mir gelungen ist, deine Sichtweise auf das Thema Raubkopien etwas zu erweitern, würde mich das sehr freuen.