Heute hat die VG Media gegenüber Google „kapituliert“ und dazu diese Pressemitteilung herausgegeben:

https://www.vg-media.de/images/stories/pdfs/presse/2014/141022_pm_vgmedia_gratiseinwilligung-google.pdf
(Da ich mich nicht traue, aus der Pressemitteilung zu zitieren, ohne vorher einen Anwalt zu konsultieren, verlinke ich sie hier nur und gehe davon aus, dass jeder, der wissen will, was genau darin steht, sie sich selbst durchliest.)

Was auf den ersten Blick nach einem Sieg für Google klingt, ist in Wirklichkeit aber nur ein weiterer Angriff seitens der VG Media. Die „Kapitulation“ besteht darin, dass Google vorläufig eine Erlaubnis erteilt wurde, die Angebote der VG-Media weiterhin im gewohnten Maß in ihrem Index zu listen, ohne dafür zu bezahlen, zumindest so lange, bis ein Gericht klärt, ob die VGM Google dazu zwingen kann, ihre Angebote zu listen und auch noch dafür zu bezahlen. Man könnte hier wohlwollend von einer Waffenruhe sprechen.

Genau genommen tut die VG Media auch genau das, aber nicht in Bezug auf den aktuellen Status, den sie wie gesagt als „Kapitulation“ ihrerseits bezeichnen. Stattdessen werfen sie Google vor, sich einer „Waffenruhe“ verweigert zu haben, die offenbar darin bestanden hätte, dass Google erstmal ihre Angebote weiterhin wie gehabt listed und dafür zumindest so lange Geld bezahlt, bis ein Gericht klärt, ob sie das überhaupt tun müssen.

Kurz gesagt: Die VG Media hat offenbar die Bedeutung der Worte „Kapitulation“ und „Waffenruhe“ vertauscht und so wurde dann aus „VG Media bietet Waffenruhe an, weil Google nicht kapituliert“ stattdessen „VG Media kapituliert, weil Google sich einer Waffenruhe verweigert“. Ob die Tatsache, dass die VGM selbst in ihrer Pressemitteilung das Wort „Waffenruhe“ in Anführungszeichen setzt, als Eingeständnis gemeint ist, dass sie diesen Begriff nicht in seiner eigentlichen Bedeutung verwenden oder vielmehr darauf hinweisen soll, dass sie sich in der Verwendung dieses Begriffs nicht ganz sicher fühlen, da er in ihrem normalen Wortschatz nicht vorkommt, bleibt vorerst ungeklärt. Diesbezügliche Anfragen an den Verfasser der Pressemitteilung sind leider auch als alles andere als erfolgsversprechend zu betrachten, da eine Kommunikation über derartige Fragen nun einmal als Verständigungsbasis voraussetzen würde, dass beide Seiten in der selben Sprache kommunizieren, was aufgrund der offenkundig sehr starken Diskrepanz zwischen (Duden-)Deutsch und VGM-Sprech natürlich nicht zutrifft.

Da eine eine Kommunikation mit der VG Media also nicht möglich ist, wäre es wohl sinnvoller stattdessen zuerst einmal ein paar grundlegende Fragen zu klären, wie zum Beispiel die, ob das Leistungsschutzrecht sich nur auf journalistische Arbeiten beschränkt oder auch dadaistische Kunstprojekte wie die der VGM umfasst. Auch die Frage, wie deutsche Gerichte mit Klägern umgehen sollen, die in keiner allgemein anerkannten, menschlichen Sprache kommunizieren, wird noch viel Anlass zur Diskussion bieten.

Auch wenn diese scbwierige Situation für den Großteil unserer Gesellschaft äußerst unerfreulich ist, gibt sie doch zumindest für die linguistische Fachwelt Anlass zur Hoffnung: Nicht nur gibt es nun eine weitere Sprache, die erforscht werden kann, sondern es ist auch damit zu rechnen, dass in naher Zukunft betrachtliche Forschungsgelder verfügbar gemacht werden für die Suche nach einer rechtlich unanfechtbaren Kommunikation zwischen Gerichten und sprachlich beeinträchtigten Klägern bzw Beklagten.

Man kann also guten Gewissens sagen, dass der heutige Tag zwar einen großer Schritt für die menschliche Dummheit dargestellt hat, aber zugleich auch eine große Chance für die Wissenschaft mit sich bringt.

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Amazon Instant Video (German Edition)

Veröffentlicht: 19. Oktober 2014 in Uncategorized

So langsam reicht es mir wirklich!

Eigentlich war ich immer ein zufriedener Amazon-Kunde, aber seit der Einführung von Amazon Instant Video (AIV) ärgere ich mich zunehmend nur noch über diesen Saftladen…

Dabei ist das Grundkonzept eigentlich toll: Ich kann mit meinem Prime-Account jetzt auch kostenlos diverse Serien und Filme anschauen. Zusätzlich kommen auch noch tolle Eigenproduktionen dazu, wobei zuerst nur die Piloten vorgestellt werden und danach kann man dann darüber mitentscheiden, was zu einer kompletten Serie ausgebaut wird.

Das wäre alles richtig toll, wenn ich in den USA leben würde und nicht in Deutschland.

Amazon.de bietet nämlich nur die Piloten an, die bereits bewilligt wurden und das mit großer Verzögerung… und deutschen Untertiteln… die man nicht abschalten darf…

Um das komplette Angebot anzuschauen, bleibt mir also doch nur das amerikanische Amazon. Wobei, eigentlich nicht, denn die lassen mich ja auch nichts ansehen, wenn ich aus Deutschland zugreife.

Die einzige Möglichkeit, auch in Deutschland alles zu kriegen, was eigentlich zu AIV dazugehört: Man kann es sich illegal besorgen, gibt ja genug derartige Quellen.

Nur: Wofür bezahl ich dann eigentlich Geld an Amazon?

Hobbys.

Veröffentlicht: 15. April 2014 in Uncategorized

ADHS-Logik

Veröffentlicht: 24. März 2014 in Uncategorized

Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.

erzaehlmirnix

Ich weiß, dass viele das anders sehen aber als jemand, der sich beruflich sehr ausführlich mit ADHS und der Behandlung dagegen befasst hat, bin ich absoluter Vertreter der o.g. Meinung. Ein Kind mit ADHS wird nie sein volles Potential ausschöpfen können, weil es sich nicht seiner Intelligenz entsprechend konzentrieren kann. Eine gesunde Skepsis gegenüber Medikamenten rechtfertigt m.E. nicht, eine Erkrankung unbehandelt zu lassen und damit das Kind immer zu zwingen sich mehr anzustrengen um weniger zu erreichen.

Ursprünglichen Post anzeigen

In Bezug auf folgenden Comic von Erzählmirnix:

http://erzaehlmirnix.wordpress.com/2014/03/19/gefahrlich/

 

Irgendwie war mir schon beim zweiten Panel klar, worauf das hinausläuft, weil ich mich schon beim ersten Panel über die Blödheit solcher RTL-Selbstversuche (die es ja leider wirklich gibt) aufgeregt habe… ;)

Insgesamt ist das aber auch ein Thema, zu dem nur sehr selten mal jemand etwas sinnvolles von sich gibt:

Die Behauptung, Ritalin sei totaler Mist und das könne man den Kindern nicht geben, ist natürlich total bescheuert, aber dafür vertritt die Gegenseite meistens genauso radikal die These, dass Ritalin das alleinige Heilmittel für AD(H)S ist (natürlich nur bei Kindern, aber dazu gleich).
Wenn man diese Menschen dann darauf hinweist, dass MPH sich nur minimal von Amphetaminen unterscheidet und prinzipiell auch kaum ungefährlicher ist (lest euch mal den Beipackzettel von Ritalin durch, ist online ganz leicht zu finden), kommt dann meistens sowas wie „Ne, das kann nicht sein, das würde man doch dann keinen Kindern geben!“.

Noch viel abstruser wird es dann aber, wenn es um Erwachsene mit AD(H)S geht:
Plötzlich vertreten nämlich sogar Ärzte die These, dass Ritalin doch keine Lösung ist und man es doch lieber mit Verhaltenstherapie probieren soll. Gerne wird dabei auch noch die Gefahr des Drogenmissbrauchs mit ins Spiel gebracht, wobei dann natürlich komplett außer Acht gelassen wird, dass diese Gefahr bei ADS’lern eigentlich schon allein aufgrund des ADS gegeben ist, denn schließlich wirkt sich quasi jede uns bekannte Droge in irgendeiner Form auf den Dopaminhaushalt aus und lindert so mehr oder weniger gut die ADS-Symptomatik.
Plötzlich ist es dann auch relevant, dass MPH nur mit BTM-Rezept abgegeben werden kann, was absurderweise auf deutlich gefährlichere Mittel wie zum Beispiel Benzos wiederrum nicht zutrifft. (Lorazepam bzw. „Tavor“ wird bei Erwachsenen genauso sorglos verschrieben, wie bei Kindern Ritalin.)

Ich spreche hier übrigens aus Erfahrung:

Als ich mit Mitte 20 das erste Mal die Vermutung hatte, AD(H)S zu haben, habe ich einen Test gemacht, der zu dem Ergebnis kam, dass ich „eine leichte Form von ADHS habe“, aber von Medikamenten hielt der Arzt nichts.

Nun wusste ich also, dass ich ADS habe (obwohl ich von der „leichten Form“ nicht ganz überzeugt war), aber besser ging es mir dadurch natürlich noch kein bisschen.
Also bin ich als Nächstes zu einem Psychiater gegangen, der einem Bekannten von mir, der diese Diagnose bereits hatte, sein Ritalin verschrieben hat.
Während des Gesprächs kam dann natürlich auch die berühmte Frage, ob ich denn schon mal irgendwelche Drogen genommen hätte, was ich direkt mit „Amphetamine habe ich nie ausprobiert“ verneinte und am Ende des Gesprächs wurde mir dann erklärt, dass es sich ja auch statt um ADS um eine bipolare Störung mit Rapid Cycling handeln könne (was sich bei späterer Recherche als absoluter Blödsinn herausstellte) und der Arzt mir deswegen nur ein „amphetaminähnliches Antridepressivum“ anbieten könne (was sich später als Neuroleptikum herausstellte).

Es folgte ein weiterer Versuch mit einem weiteren Arzt. (Warum der erste Kandidat mein Vertrauen verloren hatte, brauche ich wohl kaum erwähnen.)
Diesmal bereitete ich mich besser vor, indem ich mir auf dem Schwarzmarkt ein wenig Speed (also Amphetamine) für den einmaligen Selbstversuch besorgte und so konnte ich dem nächsten Psychiater berichten, dass dieses auf mich äußerst beruhigend gewirkt hatte und für die Wirkdauer dieses ständige Gefühl von „Getriebensein“ endlich einmal weg war.
Der nächste Arzt meinte dann auch einfach nur, wir könnten es ja mal mit Ritalin probieren und verschrieb mir erstmal eine kleine Packung, nachdem ich Erfolge berichten konnte, wurde es eine größere.
Hierbei kurz ein Wort zur ADS-Diagnostik: Auch wenn dies in der klassischen Diagnostik nicht getan wird, scheint der Selbstversuch mit Ritalin (oder notfalls Amphetaminen, wenn sich kein Arzt findet, der den Selbstversuch unterstützen möchte) die effektivste Methode zu sein, um herauszufinden, ob man AD(H)S hat. Der Unterschied, ob einen die Droge aufputscht oder beruhigt, ist nämlich sehr leicht erkennbar…

Leider war (und ist) für mich damit die Odysse noch nicht erledigt:

Nach einer Weile mit Ritalin stellte ich fest, dass manche Symptome fast verschwunden waren (von den Rebound-Phasen mal abgesehen), aber andere komplett unverändert blieben und dadurch viel klarer erkennbar waren.
Für mich bedeutete das, dass ich offenbar ADS habe und leider aber auch noch andere psychische Probleme.

Ich probierte es also wieder mit Psychotherapie und landete irgendwann bei einer BPS-Diagnose („emotional instabile Persönlichkeitsstörung vom Borderline Typ“).
Damit fing das Drama wieder von vorne an:
Plötzlich wurde das bereits diagnostizierte ADS in Frage gestellt, denn angeblich seien die ADS-Symptome ja auch durch die Borderline-Störung erklärbar und Ritalin könne man einem Borderliner ja sowieso nicht geben, da wir ja generell sehr suchtgefährdet seien.
Dass die ADS-Diagnose bereits professionell gestellt worden war und auch ein Therapieerfolg mit MPH bereits belegt war, wurde dabei gekonnt übergangen.

In späteren Therapieversuchen lief es dann meistens immerhin darauf hinaus, dass die behandelnden Ärzte/Therapeuten die (bereits gesicherte!) ADS-Diagnose nicht komplett ausgeschlossen haben, sie aber weder bestätigen, noch behandeln wollten.

Immer wieder einmal kam auch der beliebte Klassiker: „Sie brauchen kein Ritalin, denn sie können sich doch sehr gut konzentrieren!“.

Gemeint dabei waren in meinem konkreten Fall der Therapiesitzungen, an denen ich immer höchstes Interesse hatte, was auf den ersten Blick sogar Sinn ergeben kann, aber eigentlich nur für einen Laien, denn den Fachleuten sollte doch eigentlich bekannt sein, dass es bei ADS dieses Phänomen der „Hyperkonzentration“ gibt, bei dem sich die Betroffenen auf Dinge, die sie interessieren nicht nur gut konzentrieren können, sondern mitunter sogar stundenlang komplett darin versinken und absolut nichts anderes mehr mitkriegen.

Der aktuelle Stand sieht bei mir insofern so aus, dass ich noch immer in Behandlung bin, in Bezug auf meine Persönlichkeitsstörung sehr langsam vorankomme (schneller Fortschritte sind dabei aber auch eher selten) und zwei Sorten Medikamente nehme, bei denen ich mir nicht sicher bin, ob sie zusammen genommen nicht sogar weniger effektiv sind als Ritalin alleine und wovon eines mich müde und etwas langsam im Kopf macht.
Meinen Traum, mich durch eine Kombination von Ritalin und einem Antidepressivum nicht dauerhaft total beschissen zu fühlen (und natürlich zusätzlich auch weiterhin mit Psychotherapie an mir selbst zu arbeiten), habe ich inzwischen so ziemlich aufgegeben.
Ich bin immer noch der Meinung, dass dieser Ansatz der sinnvollste wäre, da ich mir ziemlich sicher bin, dass mir damit viel schneller und effektiver geholfen würde, aber da die Fachleute ja scheinbar einhellig der Meinung sind, dass diese Überzeugung nur mein Wunsch danach ist, mir Drogen reinfahren zu dürfen, behalte ich ihn zur Zeit für mich und gebe mich mit dem besten zufrieden, was ich realistischerweise an Behandlung kriegen kann…

Erwähnte ich übrigens schon, dass mir bei meinem letzten Klinikaufenthalt fälschlicherweise (= sowohl von meinem Psychiater als auch von der Suchtberatung für Blödsinn erklärt) eine Drogensucht diagnostiziert wurde? Das war ein Spaß! Nach 3 Wochen durfte ich wieder heimfahren, weil meine Krankenversicherung die Behandlung meiner eigentlich gar nicht existenten Drogensucht nicht bezahlen wollte. Ironischerweise war der Klinikaufenthalt (abgesehen von den kindergerechten Einheiten über alles, was ich schon als Kind über Drogensucht wusste) wirklich hilfreich, danach ging es mir sogar für eine Weile besser…

Seit heute beinhaltet mein Amazon Prime Account den Service „Amazon Instant Video“ (nachfolgend: AIV), um den ich die Amerikaner schon seit einer Weile beneide. Oder zumindest etwas, das den selben Namen trägt…

Dieses etwas scheint aber leider nicht das zu sein, was ich mir gewünscht habe, sondern bis jetzt nur der Service „Lovefilm“ unter einem anderen Namen und zu einem besseren Preis. In anderen Worten: Etwas, das mich überhaupt nicht interessiert, da es sich fast nur auf deutschsprachige Synchronisationen beschränkt und nicht einmal die Amazon Eigenproduktionen beinhaltet.

Aber optimistisch wie ich nun einmal bin, habe ich direkt bei Amazon nachgefragt, ob das, was in den USA unter dem selben Namen angeboten wird, bald auch auf Amazon.de Einzug hält. Die Antwort war überraschend:

Zuerst einmal fand ich es verwunderlich, dass nicht Amazon.de mir antwortete, sondern die englische Schwester Amazon.co.uk, wo ich nicht einmal registriert bin…

Wirklich unerfreulich fand ich allerdings den Inhalt: Man könne mir nicht weiterhelfen, da ich meine Anfrage nicht auf englisch geschrieben habe.

… WTF?!

Aber gut, ich ließ mich natürlich trotzdem nicht so einfach entmutigen und probierte es noch einmal und zwar nun über den Support-Chat, wofür ich gezwungenermaßen eine falsche Fragenkategorie auswählen musste, da ich ansonsten wieder nur die Auswahl zwischen Telefonservice (mit einer knappen halben Stunde Wartezeit) oder einem erneuten Versuch per Email, die vermutlich nur eine Antwort auf die spannende Frage geliefert hätte, in welches Land man mich diesmal weiterleitet.

Erfreulicherweise bekam ich auch direkt Kontakt zu einem hilfsbereiten Service-Mitarbeiter, der mir in gebrochenem Deutsch erklärte, dass man zur Zeit noch nicht wisse, wann „dieses neues (sic!) Service auch bei .com und.uk ankommt“. Also nicht nur er wusste die Antwort auf die Frage, die ich nie gestellt habe (weil sie völlig schwachsinnig ist) nicht, sondern scheinbar war das gesamte deutschsprachige Amazon in dieser Hinsicht ratlos. (Die richtige Antwort auf die falsche Frage wäre übrigens gewesen, dass .com schon seit längerem dieses Angebot beinhaltet, was bereits in meiner Frage implizit erwähnt war, .uk nicht existiert und .co.uk gleichzeitig mit .de gerade das Angebot gestartet hat.)

Natürlich ließ ich mich noch immer nicht entmutigen und erklärte noch zwei weitere Male mein eigentliches Anliegen, mit dem Ergebnis, dass ich nun endlich verstanden wurde und der Mitarbeiter mir sagte, er werde nun bei Lovefilm anrufen und für mich nachfragen, was schonmal als schlechtes Zeichen im Sinne meines Anliegens gedeutet werden konnte, denn schließlich wollte ich wissen, ob AIV bald auch das eigentliche AIV-Angebot beinhalten wird oder weiterhin nur das bisherige Lovefilm-Angebot.

Nach einem Moment gespannten Wartens, konnte der freundliche Supportmitarbeiter mir dann mitteilen, dass er dort niemanden erreicht habe und ich wurde gefragt, ob er mir morgen eine Email schicken könne, sobald er meine Frage geklärt habe. Ich antwortete, dass dies ok sei, solange die Antwort nicht wieder laute, dass man meine Sprache nicht verstehe…

Abschließend kann ich zwei Feststellungen treffen:

1.) Der Support von Amazon ist seit meinem letzten Kontakt um ein Vielfaches schlechter geworden.

2.) Manche Leute bemerken Zynismus offenbar gar nicht: Der Support-Mitarbeiter dankte mir am Ende ausdrücklich für das nette Gespräch, obwohl ich schon fast ein schlechtes Gewissen ob meiner Unhöflichkeit hatte.
Aber wer weiß, wie die Leute sonst so gegenüber dem Support abgehen. Vielleicht sind unterschwellige Aggressionen dagegen noch eine erfreuliche Abwechslung? *puzzled*

 

Fortsetzung folgt…

Und mal wieder habe ich im Kommentarbereich eines interessanten Artikels eine komplette Stunde vor mich hin getippt, um am Ende zu denken „Warum schreibe ich so etwas nicht stattdessen in mein immer noch ziemlich leeres Blog?!“.

Langer Rede kurzer Sinn: Hier meine Antwort zum Artikel „Von Einem der auszog, ganz allein ein Buch zu veröffentlichen“, in dem ein Autor seine Gedanken zum Thema „Raubkopien“ beschreibt. (Ich empfehle vorher den Artikel zu lesen, er ist wirklich gut geschrieben und hebt sich sehr positiv von den üblichen Hetzreden ab!)

 

Ich denke, ein großes Problem mit ebooks ist immer noch der Preis:

Wenn ich ein Buch aus Papier kaufe, habe ich einerseits etwas „reales“ in der Hand und nicht nur eine Datei.
Viel wichtiger dabei ist aber, dass ich mit dem gekauften Buch auch viel mehr anstellen kann:
Zuerst einmal lese ich das Buch natürlich selbst.
Danach verleihe ich das Buch an mehrere Leute, die mir nahe stehen und denen ich diese Lektüre auch gerne zukommen lassen möchte.
Und wenn ich will, kann ich das Buch danach auch einfach weiterverkaufen, falls ich es nicht im Regal stehen haben möchte, um mich daran zu erfreuen.

All das kann ich nicht nur tun, sondern ich darf(!) es auch.

Wenn ich ein Taschenbuch für 10€ kaufe, beinhaltet der Preis nicht nur mein eigenes Lesevergnügen sondern auch das von durchschnittlich 2 weiteren Leuten, mit denen ich gelegentlich Bücher austausche und ich bin in dieser Hinsicht nicht einmal besonders gut vernetzt.
Theoretisch könnte ich mich mit einer viel größeren Gruppe Menschen zusammenschließen und nur einen Bruchteil der Bücher, die ich lese, auch wirklich selbst kaufen.
Und noch immer ist daran absolut nichts illegales.
Jetzt zum ebook im Vergleich:
Es gibt definitiv Vorteile, oder zumindest einen: ebooks wiegen niemals mehr als mein Kindle und ich kann davon Unmengen auf einmal mit mir herumtragen.

Nachteile gibt es aber auch:
Ich kann nicht mal eben zurückblättern, um etwas nachzuschlagen.
Ich habe außerdem kein schönes Buch fürs Regal.

Für diesen Unterschied werden mir aber auch meistens ein paar Euro vom Preis erlassen, was an sich fair ist.

Aber:
Ich kann dann noch immer mein gekauftes Buch nicht einfach verleihen, es sei denn ich verleihe meinen Kindle gleich mit.
Wenn meine Freundin das Buch auch lesen möchte, muss sie es noch einmal zum vollen Preis kaufen.
Das selbe gilt für meine Oma, meine Mutter und jedes andere Familienmitglied, dem ich gerne dieses tolle Buch leihen möchte.

Aus diesem Grund bekomme ich beim ebook eben doch nur einen Bruchteil des Wertes, den ich bei einem Buch kriegen würde, aber letztendlich bezahle ich fast genauso viel dafür.

In deinem Fall ist der Preisunterschied schon ungewöhnlich hoch. Statt 12,95 bezahlt man für die digitale Version deines Buches nur 4,49.
Das ist etwas mehr als ein Drittel.

Und aus meiner Sicht ist damit das Preis-/Leistungsverhältnis immer noch schlechter als bei der Papierausgabe, denn wenn noch 2 weitere Leute das Buch lesen wollen, kostet das schon 52 Cent mehr und ich habe trotzdem kein Buch, das ich ins Regal stellen kann.

Von deiner Seite betrachtet, sieht das Ganze sogar noch viel extremer aus, denn obwohl ich nur für einen Leser bezahle, nimmst du 3,3mal so viel Geld ein, wie wenn ich die Papierausgabe gekauft hätte.

Wenn ich es ganz genau nehme, läuft das auf Folgendes hinaus:
Wenn ich das ebook kaufe, bekommst du von mir mehr als 3mal soviel Geld wie bei der Papierausgabe, aber ich erhalte dafür nichtmal ein Drittel des Wertes.

Und ab diesem Punkt lasse ich jetzt mal den rechtlichen Aspekt außen vor und beschränke mich auf das, was mir mein persönliches Rechtsempfinden sagt:

Wenn auf ein von dir verkauftes ebook zwei Raubkopien kommen, verdienst du immer noch deutlich mehr, als wenn jeder, der dein Buch kauft, sich für die Papierausgabe entscheidet und diese dann völlig legal(!) mit mehreren Freunden teilt.

Oder anders gesagt:
Wenn ich nur für ein Drittel meiner ebooks bezahle, anstatt mir jedes Buch entweder auf Papier zu kaufen oder es mir auszuleihen, schade ich damit noch lange keinem Autoren, sondern tue ihnen damit sogar noch etwas gutes, wenn ich von den Zahlen ausgehe, die du genannt hast.
Und selbst bei durch den Verlag verkauften ebooks, wo die Autoren auch am ebook deutlich weniger verdienen (obwohl es meistens viel teuerer verkauft wird), verursache ich noch immer keinen wirklichen Schaden.

Aus meiner Sicht ist das der Grund, warum sehr viele Menschen sich illegal ihre ebooks besorgen:
Nicht, weil sie nicht bereit sind, für etwas gutes zu bezahlen, sondern weil sie sich bei den aktuellen ebook-Preisen schlicht und einfach komplett über den Tisch gezogen fühlen!

Natürlich gibt es auch Leute, die schlicht und einfach zu geizig sind, um für ein gutes Buch zu bezahlen, aber diese Leute können genauso gut alle Bücher die sie lesen wollen ausleihen, sei es von weniger geizigen Freunden oder öffentlichen Bibliotheken.
Für mich lautet das Fazit insofern:
ebook-Piraterie ist etwas, das du einfach akzeptieren solltest, denn dir entsteht nicht wirklich ein so großer Schaden, wie du auf den ersten Blick denken könntest.
Wahrscheinlich entsteht dir realistisch betrachtet sogar überhaupt kein finanzieller Schaden und was den emotionalen Aspekt betrifft, kannst du selbst entscheiden, ob du dich ärgerst, dass Leute (!)ohne zu bezahlen(!) dein Buch lesen oder dich freust, dass Leute ohne zu bezahlen (!)dein Buch lesen(!).
(Nebenbei erwähnt: Bei Musik- und Filmpiraterie ist inzwischen auch noch ein weiterer Aspekt hinzugekommen.
Durch die massive Anti-Raubkopie-Lobbyarbeit wurden viele Leute extrem verärgert und manche (wie ich) würden sogar so weit gehen, zu sagen, dass sie nicht mehr mit gutem Gewissen für etwas bezahlen können, wenn das Geld darin investiert wird, Politiker dahingehend zu beeinflussen, dass sie einen Überwachungsstaat bauen, in dem Raubkopien zusammen mit ein paar Grundrechten in der Versenkung verschwinden oder in teuere Gerichtsprozesse, in denen Menschen wegen eines Bagatelldelikts in den finanziellen Ruin getrieben werden.
Die Buchverlage haben sich glücklicherweise in dieser Hinsicht noch nicht in die Nesseln gesetzt.)
Abschließend noch ein paar Worte zu deinem anderen Problem:

Ein Buch zu schreiben ist teuer und zeitaufwendig und nur die wenigsten Autoren schaffen es, in die glückliche Position zu kommen, damit ihren Lebensunterhalt verdienen zu können.
Für die meisten Autoren ist das Schreiben hingegen ein zeitaufwendiges und teueres Hobby, das sie mit ihrem eigentlichen Beruf mitfinanzieren.

Das hat allerdings nichts mit den ebook-Raubkopien zu tun, die seit ein paar Jahren durch das Internet wandeln, sondern war auch schon vorher so.
Schreiben ist (bis auf ein paar Ausnahmen) brotlose Kunst und das wird es wohl auch immer bleiben, denn es gibt nunmal sehr viele Leute, die ein Buch schreiben wollen und einen im Gegensatz dazu extrem begrenzten Markt.

Ich kann mir vorstellen, wie frustrierend es ist, so viel Zeit und Geld in etwas zu investieren, das viele Leute dann lesen und trotzdem mit Verlust dabei herauszukommen, aber ich denke, das ist einfach die falsche Sichtweise.
Dass du ein Buch schreiben und vielen Menschen nahe bringen kannst, ist ein großer Luxus, um den dich viele beneiden.
Und was ist daran so schlimm, für diesen Luxus deine Zeit und ein bisschen Geld zu bezahlen?
PS: Auch wenn ich deine Sichtweise auf das Thema nicht ganz teilen kann, finde ich es super, dass du dich damit auf diese Weise auseinander setzt, anstatt unhinterfragt „die bösen Raubkopierer“ als Ursache deiner Probleme als Künstler zu definieren und dann wüst auf selbige einzuhacken.
Ich hoffe, dass mein Kommentar bei dir nicht den Eindruck erweckt, ich hätte keinen Respekt vor der Arbeit, die du ins Schreiben investierst, denn das Gegenteil ist der Fall. Ich denke lediglich, dass niemand erwarten sollte, mit Kunst etwas verdienen zu können, sondern dass dies ein sehr seltener Ausnahmefall ist.
Falls es mir gelungen ist, deine Sichtweise auf das Thema Raubkopien etwas zu erweitern, würde mich das sehr freuen.